2025

Klangwelten von Klassik bis Pop am Sonntag, 21.09.2025

Fünf Chöre, ein Konzert – abwechslungsreich und kurzweilig

Eschborn ist eine beneidenswert reiche Stadt,
nämlich reich an Chören. Dies bestätigt sich
jedes Mal, wenn der Gemischte Chor Eschborn
e.V. alle zwei oder drei Jahre zum Treffen der
Eschborner Chöre bittet. Als der Vereinsvorsitzende Heinz Högel, von Insidern als „Mastermind“ der nun bereits zum 12. Mal stattfindenden Veranstaltung bezeichnet, am späten Nachmittag des 21. September 2025 im

Bürgerzentrum Niederhöchstadt das Publikum zu „Klangwelten von Klassik bis Pop“ begrüßt, ist kaum ein Platz leer geblieben. Chorsingen ist etwas Wunderschönes: Viele Stimmen vereinen sich zu einem Ganzen, das größer ist, als jede einzelne Stimme alleine es erschaffen könnte. Diese Faszination weiß auch die Moderatorin des Abends zu beschwören, Annika Baumgart. Die studierte Theaterwissenschaftlerin und leidenschaftliche Chorsängerin stellt mit hoch informativen und sehr persönlichen Anmoderationen jeden Chor und jedes einzelne zu singende Stück auf warmherzige Weise vor, übersetzt englische, französische und lateinische Texte ins Deutsche, erzählt über die Komponisten und Textdichter und deren Epochen und vermittelt dabei eine so große Freude auf jedes Lied, dass man sich als Zuhörer wunderbar an die Hand genommen fühlt.
Die singfonie Eschborn, der gemischte Chor des veranstaltenden Vereins, umrahmt den Abend mit jeweils drei Stücken zu Beginn und zum Ende. Unter der Leitung von Manfred Bender erklingen zunächst so vertraute Lieder wie Eichendorffs „Abschied vom Walde“, vertont von Mendelssohn Bartholdy, und Mozarts „Ave verum corpus“, aber auch das von der Österreicherin Brigitte Hubmann kurz vor ihrem Tod gedichtete „Tråg mi, Wind“ in einer anrührenden Komposition von Christian Dreo. Nach dem gelungenen Auftakt wird der Staffelstab an den Katholischen Kirchenchor St. Nikolaus übergeben, der mit seinem Leiter Matthias Brüx geistliche Themen besingt, „Ubi caritas“ in einem Arrangement von Audrey Snyder ebenso wie die Unermesslichkeit von Gottes Gnade im Lied„There’s a Wideness in God’s Mercy“ von Maurice Bevan. Im Anschluss an die vom Kirchenchor feinsinnig kreierte spirituelle Stimmung bringen die singfonie Ladies mit ihrer „First Lady“ Bettina Kaspary frechen Schwung in den Saal; bei ihrem allerersten gemeinsamen Auftritt gelingt es ihnen, pointierte kleine Geschichten zu erzählen, vom „Do-Re-Mi“ aus dem Musical „The Sound of Music“ bis zum allseits beliebten Rat „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“ aus der Disney-Verfilmung von Kiplings Dschungelbuch. Der Funke springt über, das Publikum applaudiert begeistert, bevor es in die Pause entlassen wird. Nach der Sekt- und BrezelAuszeit nimmt der Gospelchor der St. NikolausGemeinde den Faden auf und
überrascht die Zuhörer mit hymnischem Gesang ebenso wie mit verschiedenen Musikern auf der Bühne, deren Spiel mit Saxophon, E-Bass, Klavier und Trommel den Chorklang schwungvoll ergänzt und eine stimmige Einheit entstehen lässt. Mit „All praises be to the Lord“ von Micha Keding überträgt sich sofort das beschwingte Gospel-Feeling auf das Publikum. Die nächsten Stücke, „God is everywhere“ von Peter Hamburger und Angelika Wilkes und das besonders mitreißende „Ticket to the kingdom“ von Donald Moore verdeutlichen die
unterschiedlichen Facetten des Gospelgesangs. Beim Schlusssong, dem eingängigen Kanon „Come home“ von Peter Hamburger, wird das
Publikum miteinbezogen, der Chor stellt sich links und rechts von den Sitzreihen auf und singt mit den Zuschauern gemeinsam. Annika Baumgart gibt der Hoffnung Ausdruck, dass in diesem Moment einige neue Gospelsänger geboren worden sind.
Der evangelische Kirchenchor unter der Leitung von Malte Bechtold probt zwar in der Nachbargemeinde Steinbach, hat aber viele Mitglieder
aus Niederhöchstadt und ist deshalb fester Bestandteil der Eschborner Chorlandschaft. Dieser Chor hat sich der feinen Nuancierung verschrieben; mit präzisen Tempi und einer ausgefeilten Dynamik werden wunderschöne Klanggebilde wie „Dirait on“ von Morten Lauridsen nach einem Gedicht von Rainer Maria Rilke und das anspruchsvolle “Sicut cervus” von Palestrina auf die Bühne gezaubert. Das fröhliche „Tout est fait“ animiert das Publikum zum Mitklatschen, und mit „Heavenly Peace shall be with you“ wird den Zuhörern ein ergreifender Segen mit auf den Weg gegeben. Vorher entert aber noch einmal die singfonie mit Manfred Bender die Bühne, um die
Anwesenden mit schwungvollen Musical-Melodien zu verabschieden. Auf „Musik liegt in der Luft“ folgt der schmissige Aufruf des Jay Althouse-Gospels „Get on Board!“, dem sich kaum jemand entziehen kann. Zum krönenden Abschluss erklingt das majestätische „Can you feel the love tonight“ aus dem Erfolgsmusical „König der Löwen“, bevor das mit dem Publikum gemeinsam angestimmte Schlusslied aller Chöre, das jahreszeitlich passende „Bunt sind schon die Wälder“, den Abend endgültig beschließt. Zwei Stunden Chormusik und beste Unterhaltung sind wie im Flug vergangen. Ja, Eschborn, du bist reich _ an wunderbaren Chören!
Foto: Bernd Fischer
Text: Mit freundlicher Genehmigung des Stadtspiegel Eschborn – Verlag Werner Gerhold – Ausgabe 39 – 25.09.202
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Gospelgottesdienst am Sonntag, 18.05.2025

Nach einer kleinen Pause im Herbst 2024 ist der ökumenisch besetzte Gospelchor an der Nikolausgemeinde jetzt wieder am Start. Unter dem Motto des Chores „Get the spirit“ hat er am Sonntag, den 18. Mai, um 11:00 in der Nikolauskirche die Sonntagsmesse gestaltet. Dieses Mal leitete Pfarrer Thomas Schmidt die Messe.

Die Probenphase mündete wie immer in einen Gottesdienst, so dass die Lieder am richtigen Ort waren. Wir haben dafür 8 Songs ausgewählt: Ticket to the glory kingdom (Power), I will rise (Besinnlich im Gedenken an Auferstehung), We are changing the world (entschieden), Heart of worship (demütig) oder auch die Klassiker Bless the lord (Anbetung), You are the light (flott und leicht) und Heaven is a wonderful world (rustikal). Natürlich durfte auch ein afrikanisches Lied, Banaha, das für die Wurzeln des Gospels stand, nicht fehlen. 

Tragischerweise war in der Vorwoche unsere langjährige Mitsängerin Angelika Bäuerle verstorben. Im Gedenken an ihren Tod bekamen die Inhalte einiger Lieder einen unbeabsichtigten persönlichen Bezug: Come home, Ticket to glory land, I will rise, so dass der Gottesdienst fast zu einem Requiem für Angelika wurde. Gospelgemäß natürlich nicht nur in Traurigkeit. 

Die Leitung hatte Wolfgang Schmitt-Gauer unterstützt von Matthias Krenzer am Bass und Helge Brendel am Piano. Es war in jeder Hinsicht eine bewegende Feier mit unserem besonderen spirit!!!“

Der nächste Gospelgottesdienst mit Beteiligung des Chores ist für den 21. September geplant. Die Probenphase beginnt dann gleich nach den Sommerferien. Am 21. September ist dann auch das Konzert der Eschborner Chöre im Bürgerhaus Niederhöchstadt, an dem der Gospelchor ebenfalls mitwirkt.